Glossar · 15 min Lesezeit

Google Ads Begriffe erklärt: CPC, ROAS, CTR & Co.

CPC, CPM, ROAS, CTR, Quality Score – Google Ads steckt voller Abkürzungen. Dieses Glossar erklärt die 25+ wichtigsten Begriffe mit einfachen Definitionen und praktischen Beispielen.

Fabian Hase · · 15 min Lesezeit

Kosten-Metriken: Was du zahlst

CPC (Cost per Click)

Der Betrag, den du pro Klick auf deine Anzeige zahlst. Bei Search-Kampagnen der Standardabrechnungsmodus. Beispiel: CPC von 1,20 € bedeutet, jeder Klick kostet dich 1,20 €. Bei 100 Klicks pro Tag = 120 € Tageskosten. Der tatsächliche CPC liegt oft unter deinem Maximalgebot – du zahlst nur 1 Cent mehr als der nächstniedrigere Bieter. Mehr dazu in unserem Kosten-Guide.

CPM (Cost per Mille)

Kosten pro 1.000 Impressionen (Einblendungen). Üblich bei Display- und Video-Kampagnen. Beispiel: Ein CPM von 5 € bedeutet, du zahlst 5 € für 1.000 Anzeigeneinblendungen – unabhängig davon, ob jemand klickt.

CPV (Cost per View)

Kosten pro Video-View. Du zahlst nur, wenn jemand dein Video mindestens 30 Sekunden schaut oder damit interagiert (z.B. klickt). Beispiel: Ein CPV von 0,05 € bei 10.000 Views = 500 € Kosten.

CPA (Cost per Acquisition / Action)

Kosten pro Conversion (Kauf, Lead, Anmeldung). Die wichtigste Metrik für Profitabilität. Beispiel: 500 € Werbeausgaben und 25 Conversions = CPA von 20 €. Wenn dein Produkt 80 € kostet und 40 % Marge hat (32 €), bist du bei einem CPA von 20 € profitabel (32 € - 20 € = 12 € Gewinn pro Conversion).

MetrikFormelTypischer Bereich
CPCKosten ÷ Klicks0,20–5,00 €
CPMKosten ÷ Impressionen × 1.0002–15 €
CPVKosten ÷ Views0,02–0,10 €
CPAKosten ÷ Conversions5–100 €
„CPC ist die Metrik, auf die Anfänger schauen. CPA ist die Metrik, auf die Profis schauen. ROAS ist die Metrik, auf die CEOs schauen sollten. Alle drei zusammen erzählen die ganze Geschichte.“

Performance-Metriken: Wie gut es läuft

CTR (Click-Through Rate)

Prozentsatz der Nutzer, die deine Anzeige sehen und darauf klicken. Formel: Klicks ÷ Impressionen × 100. Beispiel: 50 Klicks bei 1.000 Impressionen = 5 % CTR. Eine gute CTR in Search liegt bei 3–8 %, Top-Performer schaffen 10–15 %. In Display ist 0,3–0,8 % bereits gut.

ROAS (Return on Ad Spend)

Der Umsatz pro eingesetztem Werbe-Euro. Die KPI für E-Commerce. Formel: Conversion-Wert ÷ Werbeausgaben × 100. Beispiel: 10.000 € Umsatz bei 2.500 € Werbeausgaben = ROAS 400 %. Für jeden Euro bekommst du 4 € zurück. Mehr dazu in unserem Google Ads Guide.

Conversion Rate

Prozentsatz der Klicks, die zu einer Conversion führen. Formel: Conversions ÷ Klicks × 100. Beispiel: 25 Conversions bei 1.000 Klicks = 2,5 % Conversion Rate. Gute Werte in Search: 2–5 %. Top-Accounts schaffen 8–12 %. Mehr dazu bei Conversion-Rate-Optimierung.

Impression Share

Prozentsatz der möglichen Impressionen, die du tatsächlich erhalten hast. Beispiel: 70 % Impression Share bedeutet, deine Anzeige wurde bei 70 % aller relevanten Suchanfragen gezeigt. Die anderen 30 % hast du verpasst – entweder wegen Budget-Limits oder zu niedrigen Geboten.

Conversion

Eine gewünschte Aktion auf deiner Website: Kauf, Kontaktformular, Anruf, Newsletter-Anmeldung. Was als Conversion zählt, definierst du selbst in den Tracking-Einstellungen. Wichtig: Nicht jede Conversion ist gleich viel wert – ein Kauf für 500 € ist wertvoller als eine Newsletter-Anmeldung.

MetrikGuter Wert (Search)Guter Wert (Display)Guter Wert (Shopping)
CTR3–8 %0,3–0,8 %0,8–2,0 %
Conversion Rate2–5 %0,3–1,0 %1,5–3,0 %
ROAS300–600 %200–400 %400–800 %

Qualität & Ranking: Wo deine Anzeige erscheint

Quality Score (Qualitätsfaktor)

Eine Bewertung von 1–10 für jedes Keyword, basierend auf drei Faktoren: erwartete CTR, Anzeigenrelevanz und Landingpage-Erfahrung. Ein höherer Quality Score = niedrigerer CPC bei gleicher Position. Ein Keyword mit QS 8 zahlt bis zu 50 % weniger als eines mit QS 5. Ausführlich erklärt in unserem Qualitätsfaktor-Guide.

Ad Rank (Anzeigenrang)

Bestimmt, wo deine Anzeige in den Suchergebnissen erscheint. Formel: Max. CPC-Gebot × Quality Score + erwarteter Impact der Anzeigenerweiterungen. Position 1 hat den höchsten Ad Rank. Du kannst mit einem niedrigeren Gebot auf Position 1 stehen – wenn dein Quality Score hoch genug ist.

SERP (Search Engine Results Page)

Die Suchergebnisseite bei Google. Oben stehen bis zu 4 bezahlte Anzeigen, dann organische Ergebnisse, dann unten nochmal bis zu 3 Anzeigen. Zusätzlich: Shopping-Anzeigen, lokale Ergebnisse, Featured Snippets. Die SERP wird immer komplexer – und der Platz für organische Ergebnisse immer kleiner.

„Ad Rank ist der Grund, warum du nicht einfach „mehr bieten“ kannst, um besser platziert zu werden. Qualität schlägt Budget. Ein Advertiser mit QS 9 und 1 € Gebot kann über einem Wettbewerber mit QS 3 und 3 € Gebot stehen.“

Kampagnen-Begriffe: Kampagnentypen & Formate

RSA (Responsive Search Ad)

Der Standard-Anzeigentyp in Search. Du gibst bis zu 15 Headlines und 4 Descriptions ein, Google kombiniert automatisch die besten Varianten. Seit Juni 2022 der einzige Search-Anzeigentyp.

Performance Max (PMax)

Googles vollautomatisierter Kampagnentyp, der auf allen Kanälen ausspielt: Search, Display, YouTube, Gmail, Maps und Discover. Ideal für E-Commerce in Kombination mit einem Produkt-Feed. Wenig manuelle Kontrolle, viel maschinelles Lernen. Mehr dazu unter Performance Max.

Shopping-Kampagnen

Zeigen Produktbilder, Preise und Shopnamen direkt in den Suchergebnissen. Basieren auf dem Google Merchant Center Feed. Höchster ROAS aller Kampagnentypen für E-Commerce.

Display-Kampagnen

Banner-Anzeigen auf über 2 Millionen Websites und Apps im Google Display Network. Gut für Remarketing und Branding. Niedrigerer CPC als Search, aber auch niedrigere Conversion Rate.

Ad Extensions (Anzeigenerweiterungen / Assets)

Zusätzliche Informationen unter deiner Anzeige: Sitelinks, Callouts, Structured Snippets, Preise, Standort, Anruf. Vergrößern deine Anzeige und erhöhen die CTR um 15–30 %. Kostenlos einzurichten.

KampagnentypNetzwerkBester EinsatzØ ROAS
SearchGoogle SucheLead-Gen, Dienstleister300–600 %
ShoppingGoogle Suche + Shopping TabE-Commerce400–800 %
PMaxAlle KanäleE-Commerce, Skalierung350–700 %
Display2 Mio.+ WebsitesRemarketing, Branding200–500 %
VideoYouTubeAwareness, Consideration100–300 %

Targeting-Begriffe: Wen du erreichst

Keywords & Match Types

Keywords sind die Suchbegriffe, auf die du bietest. Match Types bestimmen, wie breit Google dein Keyword interpretiert: Exact Match [keyword] = nur exakte Suchanfrage, Phrase Match „keyword“ = enthält die Bedeutung, Broad Match keyword = breiteste Interpretation.

Negative Keywords (Ausschließende Keywords)

Keywords, für die deine Anzeige nicht erscheinen soll. Beispiel: Du verkaufst Premium-Laufschuhe. Negative Keywords: „kostenlos“, „billig“, „gebraucht“. Ohne Negatives verschwendest du 20–40 % deines Budgets.

Remarketing

Anzeigen an Nutzer, die bereits deine Website besucht haben. Remarketing erzielt 2–3x höhere Conversion Rates als Prospecting, weil du warme Kontakte erreichst.

RLSA (Remarketing Lists for Search Ads)

Remarketing in der Google-Suche. Du zeigst Anzeigen oder erhöhst Gebote speziell für Nutzer, die bereits auf deiner Website waren – wenn sie erneut suchen. Mindestens 1.000 aktive Nutzer in der Liste erforderlich.

Customer Match

Du lädst E-Mail-Listen hoch, Google matched sie mit Google-Konten. So erreichst du deine bestehenden Kunden auf Google, YouTube und Gmail. Ideal für Cross-Selling und Wiederkauf.

In-Market Audiences (Kaufbereite Zielgruppen)

Google identifiziert Nutzer, die aktiv nach Produkten deiner Kategorie suchen. Beispiel: „In-Market für Laufschuhe“ erreicht Nutzer, die gerade Laufschuhe recherchieren – basierend auf ihrem Suchverhalten.

Bidding-Begriffe: Wie du bietest

Smart Bidding

Googles KI-gestützte Gebotsstrategien, die Gebote in Echtzeit optimieren. Dazu gehören: Target CPA, Target ROAS, Conversions maximieren und Conversion-Wert maximieren. Smart Bidding nutzt Signale wie Gerät, Standort, Tageszeit und Suchhistorie.

Target CPA (Ziel-CPA)

Du gibst Google vor, wie viel eine Conversion maximal kosten darf. Google optimiert die Gebote automatisch auf diesen Durchschnittswert. Beispiel: Target CPA = 25 € → Google versucht, jede Conversion für durchschnittlich 25 € zu erzielen.

Target ROAS (Ziel-ROAS)

Du gibst vor, welchen Umsatz du pro Werbe-Euro erzielen willst. Beispiel: Target ROAS 400 % → für jeden Euro Werbeausgaben 4 € Umsatz. Der wichtigste Bidding-Modus für E-Commerce.

Learning Phase (Lernphase)

Die Phase nach einer Strategieänderung, in der Google experimentiert und die Performance instabil ist. Dauert typischerweise 1–3 Wochen. Während der Learning Phase keine weiteren Änderungen vornehmen.

Bid Adjustment (Gebotsanpassung)

Prozentuale Erhöhung oder Senkung des Gebots für bestimmte Segmente: Geräte, Standorte, Tageszeiten, Zielgruppen. Beispiel: +20 % für Mobile = das Gebot ist auf Mobilgeräten 20 % höher als die Basis.

Tracking-Begriffe: Was du misst

Conversion Tracking

Die Messung von Conversion-Aktionen auf deiner Website. Ohne korrektes Tracking kann Google nicht optimieren und du kannst den Erfolg deiner Kampagnen nicht bewerten. Die absolute Grundvoraussetzung für Google Ads.

Attribution

Bestimmt, welcher Klick (welche Kampagne) die Conversion zugeordnet bekommt. Google bietet verschiedene Modelle: Last Click (letzter Klick vor Kauf), Data-Driven (KI-basiert, empfohlen), Linear (alle Touchpoints gleich). Data-Driven ist seit 2022 der Standard.

Consent Mode v2

Googles Mechanismus, um Tracking DSGVO-konform zu betreiben. Wenn ein Nutzer Cookies ablehnt, sendet Consent Mode anonymisierte Pings an Google. Google nutzt diese Daten für „Conversion Modeling“ – KI-basierte Schätzung der verlorenen Conversions.

Google Tag (gtag.js) / GTM

Der Code-Snippet, der auf deiner Website installiert wird, um Daten an Google zu senden. gtag.js ist die direkte Einbindung, GTM (Google Tag Manager) ist ein Container-System für mehrere Tags. GTM wird für komplexe Setups empfohlen.

Micro Conversions

Kleinere Aktionen, die auf eine spätere Conversion hindeuten: Newsletter-Anmeldung, PDF-Download, Video-View, „In den Warenkorb“-Klick. Nützlich, um Smart Bidding mit mehr Datenpunkten zu füttern – besonders bei wenigen Macro Conversions (Käufen).

BegriffWas es misstWarum wichtig
Conversion TrackingAbschlüsse (Kauf, Lead)Grundlage für Optimierung
AttributionWelcher Klick zum Abschluss führteBudget-Verteilung
Consent ModeModellierte Conversions trotz Cookie-AblehnungDSGVO-Compliance
Micro ConversionsZwischenschritte im KaufprozessMehr Daten für Smart Bidding

Fazit: Begriffe kennen ist der erste Schritt

Google Ads hat eine steile Lernkurve – und ein großer Teil davon ist Vokabular. Dieses Glossar gibt dir die Grundlage, um Berichte zu verstehen, mit Agenturen auf Augenhöhe zu sprechen und fundierte Entscheidungen für dein Konto zu treffen.

Die drei wichtigsten Metriken, die du immer im Blick haben solltest:

  • ROAS / CPA: Bist du profitabel?
  • Impression Share: Verpasst du Potenzial?
  • Quality Score: Zahlst du zu viel pro Klick?

Du willst wissen, wie deine Metriken im Vergleich zu deiner Branche stehen? In einem kostenlosen Audit benchmarken wir dein Konto und zeigen dir die größten Hebel.

Fabian Hase

Fabian Hase

Gründer & Geschäftsführer

Fabian hat über 50 Mio. € Werbebudget verwaltet und mehr als 1.000 Google Ads Konten analysiert.

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Begriffe verstanden – Konto nicht optimal?

In einem persönlichen Gespräch erklären wir dir nicht nur die Begriffe, sondern zeigen dir auch, wie du sie in deinem Konto verbesserst.