Google Ads · 13 min Lesezeit

Google Ads Gebotsstrategien: Welche wann einsetzen

Manueller CPC, Maximize Conversions, Target ROAS, Target CPA – Google bietet 8+ Gebotsstrategien. Hier erfährst du, welche für welche Phase die richtige ist und wie du den Wechsel zu Smart Bidding meisterst.

Fabian Hase · · 13 min Lesezeit

Manuell vs. Smart Bidding: Der fundamentale Unterschied

In Google Ads gibt es zwei grundlegend verschiedene Ansätze für Gebote:

Manuelle Gebotsstrategien: Du legst für jedes Keyword oder jede Anzeigengruppe selbst fest, wie viel du maximal pro Klick zahlen willst. Volle Kontrolle, aber hoher Aufwand – und du kannst unmöglich alle Echtzeit-Signale berücksichtigen, die Google kennt.

Smart Bidding (automatisiert): Google passt Gebote in Echtzeit an – basierend auf Signalen wie Gerät, Standort, Tageszeit, Betriebssystem, Suchhistorie und Conversion-Wahrscheinlichkeit. Die KI entscheidet bei jeder einzelnen Auktion, wie viel geboten wird.

„Manuelles Bidding ist wie Autofahren ohne Navi – du kommst ans Ziel, aber langsamer. Smart Bidding ist das Navi – aber nur wenn du ihm die richtigen Daten gibst. Ohne sauberes Tracking fährt die KI blind.“

Manuelle Gebotsstrategien

Manueller CPC (Cost-per-Click)

Du bestimmst das maximale Gebot pro Klick – auf Keyword- oder Anzeigengruppen-Ebene. Bester Einsatz: Kampagnen-Start ohne Conversion-Daten, sehr kleine Konten, Nischen-Keywords mit hoher Kontrolle.

Manueller CPM (Cost-per-Mille)

Du zahlst pro 1.000 Impressionen, nicht pro Klick. Bester Einsatz: Branding-Kampagnen auf Display und YouTube, wo Sichtbarkeit wichtiger ist als Klicks.

Manueller CPV (Cost-per-View)

Speziell für Video: Du zahlst nur wenn jemand mindestens 30 Sekunden schaut oder interagiert. Bester Einsatz: YouTube-Kampagnen mit Branding-Fokus.

StrategieZahlungKontrolleVerfügbar in
Manueller CPCPro KlickSehr hochSearch, Display, Shopping
Manueller CPMPro 1.000 ImpressionenHochDisplay, Video
Manueller CPVPro View (30s+)HochVideo

Smart Bidding Strategien: Die Übersicht

Klicks maximieren

Google holt die maximale Anzahl an Klicks für dein Budget. Vorsicht: Keine Optimierung auf Qualität der Klicks. In Kombination mit Broad Match kann das teuer werden. Empfehlung: Nur in Ausnahmefällen nutzen.

Conversions maximieren

Google versucht, möglichst viele Conversions für dein Budget zu erzielen – ohne Rücksicht auf die Kosten pro Conversion. Bester Einsatz: Zum Start, wenn noch nicht genügend Daten für Target CPA vorhanden sind. Mindestens 15 Conversions in 30 Tagen empfohlen.

Conversion-Wert maximieren

Wie Conversions maximieren, aber Google priorisiert Conversions mit höherem Wert. Bester Einsatz: E-Commerce mit unterschiedlichen Warenkorbwerten. Google lernt, 500-€-Käufe über 20-€-Käufe zu priorisieren.

Target CPA (Ziel-Kosten pro Conversion)

Du gibst vor, wie viel eine Conversion maximal kosten darf. Google optimiert die Gebote, um diesen Durchschnitt zu halten. Bester Einsatz: Lead-Generierung, wo jeder Lead den gleichen Wert hat. Mindestens 25 Conversions in 30 Tagen empfohlen.

Target ROAS (Ziel-Return on Ad Spend)

Du gibst vor, welchen Umsatz du pro Werbe-Euro erzielen willst. Der heilige Gral für E-Commerce. Google optimiert auf die profitabelsten Conversions. Mindestens 35 Conversions in 30 Tagen empfohlen.

Anteil an möglichen Impressionen

Google bietet so, dass deine Anzeige bei einem bestimmten Prozentsatz der Suchanfragen erscheint. Bester Einsatz: Brand-Kampagnen, wo du immer sichtbar sein willst.

StrategieOptimiert aufMin. Conversions/30 TageBester Einsatz
Klicks maximierenTrafficSelten empfohlen
Conversions max.Conversion-Anzahl15+Start-Phase, Lead-Gen
Conv.-Wert max.Umsatz15+E-Commerce Start
Target CPAKosten pro Conv.25+Lead-Gen, Dienstleister
Target ROASReturn on Ad Spend35+E-Commerce skaliert
Impression ShareSichtbarkeitBrand-Kampagnen

Target ROAS im Detail: Die wichtigste Strategie für E-Commerce

Target ROAS sagt Google: „Ich will für jeden Euro Werbeausgaben X Euro Umsatz zurückbekommen.“ Ein Target ROAS von 400 % bedeutet: 1 € rein, 4 € raus.

So setzt du den richtigen Target ROAS

Dein Target ROAS muss über deinem Break-Even liegen. Die Formel: Break-Even-ROAS = 1 ÷ Bruttomarge. Bei 40 % Marge = Break-Even bei 250 %. Dein Target ROAS sollte mindestens 20–30 % darüber liegen – also 300–325 %.

Häufige Probleme mit Target ROAS

  • Zu hoher Target: Google findet nicht genug qualifizierte Auktionen und deine Kampagne bekommt kaum noch Traffic. Lösung: Target schrittweise senken (max. 10–15 % pro Woche)
  • Zu niedriger Target: Google gibt dein Budget für niedrigmargige Käufe aus. Du machst Umsatz aber keinen Gewinn
  • Zu wenig Daten: Unter 35 Conversions/Monat kann Smart Bidding nicht zuverlässig lernen. Bleib bei Conversion-Wert maximieren bis die Datenbasis steht
„Wir sehen regelmäßig Konten mit einem Target ROAS von 800 %, die kaum noch Traffic bekommen. Die Lösung: Target auf 400 % senken, Budget verdoppeln, Gewinn verdreifachen. Klingt kontraintuitiv, funktioniert aber – weil Google bei einem realistischeren Target viel mehr profitable Auktionen findet.“

Der Wechsel zu Smart Bidding: Die Roadmap

Starte nicht mit Smart Bidding. Arbeite dich hoch:

Phase 1: Manueller CPC (Woche 1–4)

Neue Kampagne mit manuellen Geboten starten. Ziel: Daten sammeln, Keywords validieren, negative Keywords aufbauen. Mindestens 15–30 Conversions sammeln.

Phase 2: Conversions maximieren (Woche 4–8)

Wechsel auf Conversions maximieren (oder Conversion-Wert maximieren für E-Commerce). Google lernt, welche Auktionen profitabel sind. Kein CPA/ROAS-Limit setzen – Google soll frei lernen.

Phase 3: Target CPA / Target ROAS (ab Woche 8)

Sobald 25–35 Conversions/Monat stabil erreicht werden: Target setzen. Starte mit einem Target, der 10–20 % unter deinem aktuellen Durchschnitt liegt. Dann schrittweise optimieren.

Ausnahme: Performance Max erlaubt keine manuellen Gebote. Hier startest du direkt mit Conversions/Conversion-Wert maximieren – aber idealerweise erst, wenn bereits Conversion-Daten aus anderen Kampagnen im Konto vorhanden sind.

PhaseStrategieVoraussetzungDauer
1Manueller CPCKeine2–4 Wochen
2Conversions maximieren15+ Conv./30 Tage4–6 Wochen
3Target CPA/ROAS25–35+ Conv./30 TageDauerhaft

Budget richtig steuern: Die Ergänzung zur Gebotsstrategie

Die Gebotsstrategie bestimmt wie geboten wird, das Budget bestimmt wie viel. Beides muss zusammenpassen.

Vorsicht mit Googles Budget-Empfehlungen

Google empfiehlt fast immer höhere Budgets – weil Google daran verdient, nicht du. Erhöhe Budget nur, wenn die aktuelle Performance stimmt. Wenn dein ROAS unter Target liegt, ist mehr Budget keine Lösung, sondern mehr Verlust.

Budget-Regeln

  • Nie mehr als 20 % auf einmal erhöhen. Smart Bidding braucht 1–2 Wochen, um sich anzupassen
  • Profitable Kampagnen priorisieren. Verschiebe Budget von schlechten zu guten Kampagnen, statt das Gesamtbudget zu erhöhen
  • Learning Phase beachten: Google optimiert auf Basis eines 30-Tage-Fensters. Strukturelle Änderungen setzen die Lernphase zurück
  • Saisonalität einplanen: Black Friday, Weihnachten, Sommerloch – passe Budgets und Targets proaktiv an, nicht reaktiv

Die 5 häufigsten Gebotsstrategie-Fehler

1. Sofort mit Smart Bidding starten

Ohne Conversion-Daten ist Smart Bidding blind. Ergebnis: Google gibt dein Budget für teure, irrelevante Klicks aus. Erst Daten sammeln, dann automatisieren.

2. Target ROAS/CPA unrealistisch hoch setzen

Ein Target ROAS von 1.000 % klingt toll – aber wenn dein Konto historisch bei 400 % liegt, wird Google kaum noch Auktionen finden. Starte 10–20 % unter dem Durchschnitt und optimiere schrittweise.

3. Zu häufig ändern

Jede Änderung an der Gebotsstrategie oder dem Target löst eine Lernphase aus (1–2 Wochen). Wer wöchentlich ändert, lässt Google nie fertig lernen. Mindestens 2–3 Wochen pro Einstellung geben.

4. Falsches Tracking als Basis

Smart Bidding optimiert auf die Daten, die du gibst. Doppelte Conversions, fehlende Werte oder kaputtes Tracking = kaputte Gebote. Tracking-Qualität ist die Grundlage für jede Gebotsstrategie.

5. Gleiche Strategie für alles

Brand-Kampagnen brauchen eine andere Strategie als Generics. Shopping eine andere als Search. Remarketing eine andere als Prospecting. Passe die Strategie an den Kampagnentyp an.

Fazit: Die richtige Strategie für die richtige Phase

Es gibt keine universell beste Gebotsstrategie. Es gibt die richtige Strategie für deine aktuelle Datenlage. Die Roadmap ist klar:

  • Wenig Daten: Manueller CPC → Kontrolle behalten, Daten sammeln
  • 15+ Conversions/Monat: Conversions/Wert maximieren → Google lernen lassen
  • 35+ Conversions/Monat: Target ROAS/CPA → Profitabilität steuern

Der Wechsel von manuell zu automatisiert ist der größte Performance-Sprung, den die meisten Konten machen können – aber nur mit der richtigen Datenbasis. Ohne sauberes Tracking ist Smart Bidding eine teure Wette.

Du willst wissen, ob deine Gebotsstrategie optimal ist? In einem kostenlosen Gespräch analysieren wir dein Konto und zeigen dir die nächsten Schritte.

Fabian Hase

Fabian Hase

Gründer & Geschäftsführer

Fabian hat über 50 Mio. € Werbebudget verwaltet und mehr als 1.000 Google Ads Konten analysiert.

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