Performance Max · 14 min Lesezeit

Performance Max für E-Commerce: Alles was du wissen musst

PMax ist Googles mächtigster Kampagnentyp – und der undurchsichtigste. Hier lernst du, wie du Asset Groups aufbaust, Audience Signals nutzt, den Feed optimierst und wann du PMax besser nicht einsetzen solltest.

Fabian Hase · · 14 min Lesezeit

Wie Performance Max für E-Commerce funktioniert

Performance Max ist Googles vollautomatisierter Kampagnentyp. Eine einzige Kampagne spielt auf allen Google-Kanälen aus: Search, Shopping, Display, YouTube, Gmail, Discover und Maps. Google entscheidet automatisch, wo und wann deine Anzeigen erscheinen.

Für E-Commerce ist PMax besonders relevant, weil es Shopping-Anzeigen ersetzt – oder ergänzt. Wenn du einen Produkt-Feed verknüpfst, zeigt PMax deine Produkte in den Shopping-Ergebnissen plus auf allen anderen Kanälen. Das ist der größte Vorteil gegenüber Standard Shopping.

Was PMax braucht, um zu funktionieren

  • Conversion-Daten: PMax lernt auf Basis von Conversions. Ohne Daten ist der Algorithmus blind. Mindestens 30 Conversions in 30 Tagen empfohlen
  • Produkt-Feed: Aus dem Google Merchant Center. Die Feed-Qualität bestimmt direkt die Shopping-Performance
  • Assets: Texte, Bilder und Videos für die Ausspielung auf Display, YouTube und Discover
  • Budget: PMax braucht genügend Budget, um auf allen Kanälen zu lernen. Unter 50 €/Tag ist schwierig
KanalWas PMax dort zeigtØ Anteil am Budget
ShoppingProduktbilder + Preis (aus Feed)60–75 %
SearchTextanzeigen (aus Assets)10–20 %
DisplayBanner (aus Bildern + Text)5–15 %
YouTubeVideo-Ads oder Auto-generierte Videos3–8 %
Gmail / DiscoverNative Anzeigen2–5 %
„Performance Max ist wie ein Autopilot: Extrem leistungsfähig, aber nur wenn du ihm die richtigen Daten gibst. Ohne guten Feed, ohne saubere Conversion-Daten und ohne durchdachte Audience Signals fährt PMax blind – und verbrennt Budget auf Display und YouTube, statt Shopping-Conversions zu generieren.“

Asset Groups: Die Bausteine deiner PMax-Kampagne

Asset Groups sind das PMax-Pendant zu Anzeigengruppen. Jede Asset Group enthält: Texte (Headlines, Descriptions), Bilder, Videos (optional), Audience Signals und einen zugewiesenen Teil des Produkt-Feeds.

Wie viele Asset Groups brauchst du?

Mindestens 1, empfohlen 3–7 – eine pro Produktkategorie oder Thema. Nicht zu viele: Jede Asset Group braucht genügend Daten zum Lernen. Bei 100 €/Tag Budget und 10 Asset Groups bekommt jede nur 10 € – zu wenig für sinnvolles Lernen.

Asset-Anforderungen

Asset-TypAnzahlSpezifikation
Headlines3–5Max. 30 Zeichen
Long Headlines1–5Max. 90 Zeichen
Descriptions2–5Max. 90 Zeichen
Bilder (Landscape)3–20Min. 600×314, empf. 1200×628
Bilder (Square)3–20Min. 300×300, empf. 1200×1200
Logo1–5Min. 128×128, empf. 1200×1200
Videos0–5YouTube-URL, min. 10 Sek.

Wichtig: Wenn du kein Video hochlädst, erstellt Google automatisch ein Video aus deinen Bildern und Texten. Diese Auto-Videos sind meistens schlecht. Lade immer mindestens 1 eigenes Video hoch – selbst ein einfaches Produktvideo ist besser als Googles Auto-Generierung.

Audience Signals: Der am meisten unterschätzte PMax-Hebel

Audience Signals sind Hinweise für den Algorithmus, nicht harte Targeting-Vorgaben. Du sagst Google: „Diese Zielgruppen sind wahrscheinlich relevant“ – Google darf aber auch darüber hinaus ausspannen. Je besser deine Signals, desto schneller lernt PMax.

Die 4 Signal-Typen

  • Custom Segments: Keywords und URLs, die deine Zielgruppe beschreiben. Trage hier deine Top-Keywords und Wettbewerber-URLs ein. Das ist das wichtigste Signal
  • Deine Daten: Remarketing-Listen, Kundenlisten (Customer Match), Website-Besucher. PMax lernt von deinen besten Kunden und findet ähnliche Nutzer
  • Interessen & Demografie: In-Market Audiences, Affinity Audiences. Breiter als Custom Segments, aber nützlich als Ergänzung
  • Demografische Daten: Alter, Geschlecht, Elternstatus. Nutze das, wenn deine Zielgruppe klar definiert ist (z.B. Damenmode = Frauen 25–54)

Best Practices für Audience Signals

  • Customer Match zuerst: Deine bestehende Kundenliste ist das stärkste Signal. PMax findet Nutzer, die deinen Käufern ähneln
  • Custom Segments mit Wettbewerber-URLs: Trage die URLs deiner Top-5-Wettbewerber ein. Google findet Nutzer, die dort surfen
  • Nicht zu breit: „Alle Frauen 18–65“ ist kein hilfreiches Signal. Sei so spezifisch wie möglich

Brand Exclusions: So verhinderst du Budget-Verschwendung

Eines der größten Probleme mit PMax: Die Kampagne kannibalisiert Brand-Suchanfragen. PMax gibt Budget für Nutzer aus, die deinen Markennamen suchen – und schreibt sich die Conversions zu, die deine Brand-Search-Kampagne günstiger bekommen hätte.

Die Lösung: Brand Exclusions

Seit 2023 bietet Google die Möglichkeit, Markenbegriffe aus PMax auszuschließen. So geht's: Kampagneneinstellungen → Markenausschlüsse → Deine Marke(n) auswählen. PMax wird dann nicht mehr auf Brand-Suchanfragen bieten.

Warum Brand Exclusions Pflicht sind

SzenarioPMax ROASBereinigter ROAS (ohne Brand)Differenz
PMax ohne Brand Exclusion650 %380 %-270 Punkte
PMax mit Brand Exclusion420 %420 %Keine Verfälschung

Das Problem: Ohne Exclusion sieht PMax fantastisch aus (650 % ROAS), weil Brand-Traffic billig konvertiert. Aber der „echte“ Wert – der incremental ROAS für Neukunden – liegt deutlich niedriger. Du zahlst PMax für Conversions, die du über eine 0,20-€-CPC-Brand-Kampagne günstiger bekommen hättest.

„Jedes PMax-Konto ohne Brand Exclusion lügt dich an. Die Zahlen sehen gut aus, aber ein großer Teil davon ist Brand-Traffic, den PMax einfach umleitet. Schalte Brand Exclusions ein und schau dir die echte Performance an. Erst dann weißt du, ob PMax für dich funktioniert.“

Feed-Qualität für PMax: Doppelt so wichtig

Bei Standard Shopping ist der Feed wichtig. Bei PMax ist er doppelt so wichtig – weil PMax den Feed nicht nur für Shopping-Anzeigen nutzt, sondern auch für die Ausspielung auf Display, YouTube und Discover.

Feed-Optimierung speziell für PMax

  • Titel optimieren: Marke + Produkt + Attribut + Keyword. „Nike Air Max 90 Herren Laufschuh Schwarz“ statt „AM90 BLK“. Der Titel bestimmt, für welche Suchanfragen dein Produkt erscheint
  • Hochwertige Bilder: Mindestens 3 Bilder pro Produkt. PMax nutzt Bilder für Display und Discover – schlechte Bilder = niedrige CTR auf allen Kanälen
  • Custom Labels nutzen: Segmentiere per custom_label nach Marge, Bestseller-Status oder Saison. Erstelle separate Asset Groups für High-Margin und Low-Margin Produkte
  • Feed-Update-Frequenz: Mindestens täglich, besser alle 4–6 Stunden. Preisabweichungen führen zu Ablehnungen, die PMax sofort schaden

Mehr dazu in unserem Guide zur Feed-Optimierung und den Shopping-Kampagnen Best Practices.

PMax vs. Standard Shopping: Welches wann?

Die Frage „PMax oder Standard Shopping?“ ist die meistdiskutierte in der Google Ads Community. Die Antwort: Es kommt darauf an.

KriteriumStandard ShoppingPerformance Max
KontrolleHoch (Keywords negativ, Gebote)Niedrig (Black Box)
KanäleNur ShoppingAlle Google-Kanäle
ReportingDetailliert (Suchbegriffe sichtbar)Stark eingeschränkt
LernphaseKürzer (1 Kanal)Länger (alle Kanäle)
Min. Budget20–30 €/Tag50+ €/Tag
ReichweiteLimitiert auf ShoppingMaximale Reichweite
Brand TrafficKontrollierbar per NegativesNur per Brand Exclusion

Unsere Empfehlung: Hybrid-Ansatz

Standard Shopping für Kernprodukte (hohe Marge, bewährte Performer) + PMax für Skalierung (breites Sortiment, neue Produkte). So behältst du Kontrolle über deine wichtigsten Produkte und lässt PMax die Reichweite erweitern.

Wichtig: Wenn Standard Shopping und PMax parallel laufen, hat PMax bei Shopping-Auktionen Vorrang. Das bedeutet: PMax „stiehlt“ Traffic von Standard Shopping. Lösung: Verschiedene Produkte in verschiedenen Kampagnen – nicht die gleichen Produkte in beiden.

Wann du PMax NICHT nutzen solltest

PMax ist nicht für jeden die richtige Wahl. Hier sind die Szenarien, in denen wir von PMax abraten:

1. Zu wenig Conversion-Daten

Unter 30 Conversions in 30 Tagen kann PMax nicht sinnvoll lernen. Der Algorithmus braucht Daten – ohne Daten raten er. Alternative: Starte mit Standard Shopping und manuellen Geboten, sammle Daten, wechsle später zu PMax.

2. Sehr kleines Budget

Unter 50 €/Tag verteilt PMax das Budget auf zu viele Kanäle – keiner bekommt genug. Alternative: Konzentriere das Budget auf Standard Shopping + Search.

3. Du brauchst volle Kontrolle

PMax ist eine Black Box. Du siehst nicht, welche Suchbegriffe Traffic bringen. Du kannst keine negativen Keywords setzen (außer per Account-Level Negatives). Wenn du granulare Kontrolle brauchst – z.B. für regulierte Branchen – bleib bei Standard Shopping.

4. Neues Konto ohne Historie

PMax in einem frischen Konto ohne Conversion-Historie ist wie ein Navigationsgerät ohne Karte. Empfehlung: Erst 2–3 Monate mit Search + Shopping Daten sammeln, dann PMax hinzufügen.

5. Reporting ist geschäftskritisch

Wenn du genau wissen musst, welche Suchbegriffe zu welchen Conversions führen (z.B. für Kunden-Reporting), ist PMax problematisch. Das Reporting zeigt nur Kanal-Ebene (Shopping, Search, Display) – nicht die Suchbegriff-Ebene.

SituationPMax?Alternative
< 30 Conv./MonatNeinStandard Shopping + Search
< 50 €/Tag BudgetNeinStandard Shopping
Neues KontoSpäterErst Search + Shopping, dann PMax
30–100 Conv./MonatTestPMax parallel zu Shopping testen
100+ Conv./MonatJaPMax als Primärkampagne

Fazit: PMax ist mächtig – aber kein Selbstläufer

Performance Max kann das profitabelste Tool in deinem Google Ads Arsenal sein – wenn du es richtig einsetzt. Die Schlüssel zum Erfolg:

  • Feed-Qualität: Der wichtigste Faktor. Ein schlechter Feed = schlechte PMax Performance
  • Audience Signals: Gib dem Algorithmus die richtigen Hinweise, besonders Customer Match und Custom Segments
  • Brand Exclusions: Pflicht. Sonst verfälscht Brand-Traffic deine Zahlen
  • Genug Daten: Mindestens 30 Conversions/Monat und 50 €/Tag Budget
  • Eigene Videos: Lade immer mindestens 1 Video hoch – Googles Auto-Videos sind mangelhaft

Du willst wissen, ob PMax für deinen Shop sinnvoll ist – oder ob Standard Shopping die bessere Wahl bleibt? In einem kostenlosen Audit analysieren wir dein Setup und geben dir eine klare Empfehlung.

Fabian Hase

Fabian Hase

Gründer & Geschäftsführer

Fabian hat über 50 Mio. € Werbebudget verwaltet und mehr als 1.000 Google Ads Konten analysiert.

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PMax nicht optimal?

In einem persönlichen Gespräch analysieren wir dein PMax-Setup und zeigen dir, ob und wie du mehr aus Performance Max herausholen kannst.