Merchant Center Setup: Die Grundlagen
Das Google Merchant Center ist die Schnittstelle zwischen deinem Shop und Google Shopping. Hier lädst du deinen Produkt-Feed hoch, verwaltest Produktdaten und verknüpfst dein Google Ads Konto. Ohne Merchant Center keine Shopping-Kampagnen.
Setup-Checkliste
- Konto erstellen unter merchants.google.com mit deinem Business-Google-Konto
- Website verifizieren & beanspruchen: Per HTML-Tag, Google Analytics oder Google Tag Manager
- Geschäftsinformationen einrichten: Name, Adresse, Telefon, Rückgabebedingungen
- Versandeinstellungen konfigurieren: Kosten, Lieferzeiten, Zielregionen
- Feed hochladen: Per URL (empfohlen), Datei-Upload oder API
- Google Ads verknüpfen: Unter Einstellungen → Verknüpfte Konten
Wichtig: Die Website-URL im Merchant Center muss exakt mit der URL im Feed und auf deiner Website übereinstimmen. www.shop.de und shop.de sind für Google zwei verschiedene Websites.
„80 % der Merchant-Center-Probleme, die wir sehen, entstehen beim Setup. Falsche URL, fehlende Versandeinstellungen oder nicht verifizierte Website. Nimm dir 30 Minuten für ein sauberes Setup – das spart dir Wochen Fehlersuche.“
Feed-Anforderungen: Die Pflicht- und Kur-Felder
Dein Produkt-Feed ist eine strukturierte Datendatei (XML, CSV oder Google Sheets) mit allen Produktinformationen. Die Qualität deines Feeds bestimmt direkt die Performance deiner Shopping-Kampagnen.
Pflichtfelder
| Feld | Beschreibung | Max. Zeichen | Tipp |
|---|---|---|---|
id | Eindeutige Produkt-ID | 50 | SKU oder EAN verwenden |
title | Produkttitel | 150 | Keyword + Marke + Attribut |
description | Produktbeschreibung | 5.000 | Min. 500 Zeichen, Keywords natürlich einbauen |
link | Produkt-URL | – | Muss erreichbar sein (kein 404) |
image_link | Hauptbild-URL | – | Min. 800×800 px, weißer Hintergrund |
price | Preis inkl. MwSt. | – | Muss mit Website-Preis matchen |
availability | Verfügbarkeit | – | in_stock, out_of_stock, preorder |
brand | Markenname | 70 | Pflicht außer bei No-Name |
gtin | EAN / Barcode | 50 | Pflicht für Markenprodukte |
Optionale Felder die du nutzen solltest
additional_image_link: Bis zu 10 zusätzliche Bilder. Mehr Bilder = höhere CTRproduct_type: Deine eigene Kategorie-Hierarchie. Hilft bei der Feed-Segmentierungcustom_label_0biscustom_label_4: 5 frei definierbare Labels für Kampagnen-Segmentierung (z.B. Marge, Saison, Bestseller)sale_price: Reduzierter Preis – wird mit durchgestrichenem Originalpreis angezeigtshipping: Produkt-spezifische Versandkosten (z.B. für Sperrgüter)
Produkt-Ablehnungen: Häufige Gründe & Fixes
Abgelehnte Produkte erscheinen nicht in Shopping-Anzeigen. Bei großen Shops können 10–30 % der Produkte abgelehnt sein – oft ohne dass es jemand bemerkt. Das ist verschenktes Potenzial.
| Ablehnungsgrund | Häufigkeit | Lösung |
|---|---|---|
| Preisdiskrepanz (Feed ≠ Website) | Sehr häufig | Feed-Update-Frequenz erhöhen (mind. 1x täglich) |
| Fehlende GTIN/EAN | Häufig | GTINs vom Hersteller anfordern oder Befreiung beantragen |
| Bild-Qualität zu niedrig | Häufig | Min. 800×800 px, kein Text/Wasserzeichen auf Bildern |
| Verfügbarkeit falsch | Mittel | Echtzeit-Lagerbestand im Feed abbilden |
| Fehlende Versandinfos | Mittel | Versandeinstellungen im MC vervollständigen |
| Verbotene Produkte | Selten | Google Shopping Richtlinien prüfen |
| URL nicht erreichbar (404) | Mittel | Gelöschte Produkte aus Feed entfernen |
So prüfst du Ablehnungen
Im Merchant Center unter Produkte → Diagnose siehst du alle Warnungen und Ablehnungen. Sortiere nach Schweregrad: „Abgelehnt“ (Produkt erscheint nicht) vs. „Warnung“ (Produkt erscheint, aber eingeschränkt). Bearbeite zuerst Ablehnungen, dann Warnungen.
„Wir haben bei einem Fashion-Shop 340 von 2.100 Produkten gefunden, die seit Monaten abgelehnt waren – Preisdiskrepanzen wegen eines veralteten Feeds. Nach dem Fix stieg der Shopping-Umsatz innerhalb von 2 Wochen um 18 %. Das waren 340 Produkte, die einfach nicht beworben wurden.“
Promotions & Sale Prices: Auffällig in den Suchergebnissen
Google Shopping Promotions zeigen einen „Sonderangebot“-Badge auf deiner Anzeige. Das erhöht die CTR um durchschnittlich 8–15 % und hebt dich vom Wettbewerb ab.
Sale Prices einrichten
Am einfachsten: sale_price und sale_price_effective_date im Feed setzen. Google zeigt dann den Originalpreis durchgestrichen und den Sale-Preis daneben. Wichtig: Der Sale-Preis muss auch auf der Website sichtbar sein – Diskrepanzen führen zur Ablehnung.
Promotions Feed erstellen
Für komplexere Aktionen (z.B. „10 % auf alles“, „Kostenloser Versand ab 50 €“) brauchst du einen separaten Promotions Feed. Felder:
| Feld | Beschreibung | Beispiel |
|---|---|---|
promotion_id | Eindeutige ID | SUMMER_2026 |
product_applicability | Alle oder bestimmte Produkte | ALL_PRODUCTS / SPECIFIC_PRODUCTS |
offer_type | Rabatttyp | PERCENT_OFF, MONEY_OFF, FREE_SHIPPING |
percent_off | Rabatt in Prozent | 15 |
promotion_effective_dates | Gültigkeitszeitraum | 2026-06-01T00:00/2026-06-30T23:59 |
Tipp: Promotions brauchen 24–72 Stunden für die Google-Überprüfung. Reiche Promotions mindestens 3 Tage vor Start ein.
Free Listings: Kostenlose Sichtbarkeit im Shopping Tab
Seit 2020 zeigt Google im Shopping Tab auch unbezahlte Listings. Das bedeutet: Deine Produkte können kostenlos in den Shopping-Ergebnissen erscheinen – du brauchst nur ein Merchant Center Konto und einen Feed.
Wo erscheinen Free Listings?
- Shopping Tab: Unterhalb der bezahlten Anzeigen
- Google Suche: In der „Beliebte Produkte“-Sektion (ausgewählte Kategorien)
- Google Bilder: Bei produktbezogenen Suchanfragen
- Google Lens: Bei visueller Suche
So aktivierst du Free Listings
Im Merchant Center unter Wachstum → Programme verwalten → Kostenlose Einträge. Opt-in und fertig. Der gleiche Feed, den du für bezahlte Kampagnen nutzt, wird auch für Free Listings verwendet.
Praxis-Zahlen: Free Listings bringen typischerweise 5–15 % des Traffics, den bezahlte Shopping-Kampagnen bringen. Das klingt wenig, ist aber komplett kostenlos. Bei 100.000 bezahlten Shopping-Klicks pro Monat sind das 5.000–15.000 Gratis-Klicks.
Merchant Center Next: Was sich geändert hat
Google hat 2024 das Merchant Center auf „Merchant Center Next“ umgestellt – eine vereinfachte Version mit neuem Interface. Die wichtigsten Änderungen:
Änderungen im Überblick
- Automatischer Feed: Google kann Produktdaten direkt von deiner Website crawlen – ohne separaten Feed. Klingt bequem, ist aber weniger zuverlässig als ein strukturierter Feed. Empfehlung: Behalte deinen Feed bei.
- Vereinfachte Navigation: Weniger Menüpunkte, übersichtlicheres Dashboard
- Leistungsdaten: Direkte Performance-Insights im MC, ohne in Google Ads wechseln zu müssen
- Produktdaten-Regeln: Einfachere Regeln zum Anpassen von Feed-Daten (z.B. Titel ergänzen, Kategorien zuordnen)
Was gleich geblieben ist: Feed-Anforderungen, Produkt-Ablehnungen, Verknüpfung mit Google Ads. Die Grundlagen ändern sich nicht – nur das Interface.
Versand & Steuern für DE, AT & CH
Versandeinstellungen sind einer der häufigsten Gründe für Produkt-Ablehnungen im DACH-Raum. Hier die wichtigsten Regeln:
Deutschland (DE)
- MwSt.: Preise im Feed müssen Bruttopreise inkl. 19 % MwSt. sein (bzw. 7 % für ermäßigte Produkte)
- Versand: Versandkosten müssen exakt angegeben werden. „Ab 3,99 €“ reicht nicht – Google will den genauen Betrag
- Lieferzeit: Pflichtangabe. Gib realistische Werte an (z.B. 2–4 Werktage)
Österreich (AT)
- MwSt.: 20 % Standard, 10 % ermäßigt (Lebensmittel, Bücher)
- Versand: Oft höher als DE. Separate Versandzone einrichten, nicht pauschal DE-Preise verwenden
Schweiz (CH)
- MwSt.: 8,1 % (seit 2024), Preise im Feed in CHF. Separate Feeds oder Feed-Regeln für CH empfohlen
- Zoll: Für Lieferungen aus der EU fallen Zollgebühren an. Kommuniziere das transparent – oder nutze ein Schweizer Lager
- Achtung: Google zeigt Preise in der Währung des Ziellands. Ein Feed in EUR für CH funktioniert nicht
| Land | Währung | MwSt. Standard | Preis-Format |
|---|---|---|---|
| Deutschland | EUR | 19 % | Brutto (inkl. MwSt.) |
| Österreich | EUR | 20 % | Brutto (inkl. MwSt.) |
| Schweiz | CHF | 8,1 % | Brutto (inkl. MwSt.) |
Fazit: Der Feed ist das Fundament
Dein Merchant Center und die Qualität deines Feeds bestimmen, wie gut deine Shopping-Kampagnen performen. Die Reihenfolge der Prioritäten:
- Erst: Sauberes Setup und vollständige Pflichtfelder
- Dann: Ablehnungen auf 0 bringen – jedes abgelehnte Produkt ist verschenktes Potenzial
- Dann: Optionale Felder ergänzen (zusätzliche Bilder, Custom Labels, Produkttyp)
- Zuletzt: Promotions und Free Listings aktivieren für maximale Sichtbarkeit
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